Eröffnung der Sonderausstellung «Eglisau am Salzweg» am 18. April

Von Daniel Stotz

Salzschiff im Rheinfallbecken, Ausschnitt aus einem Scheibenriss des Schaffhauser Künstlers Daniel Lindtmayer von 1582 (Landesmuseum, Zürich)

«Nichts ist nützlicher als Salz und Sonne!» Isidor von Sevilla (7. Jh.) ist nicht der einzige Gelehrte, der das Salz lobt und preist. In der Tat ist Speisesalz als Nahrungszugabe für Mensch und Rindvieh unentbehrlich. In der Geschichte unseres Landes waren die Beschaffung und die Besteuerung von Salz stets ein brennendes Thema, bis der deutsche Salinist Carl Christian Glenck bei Pratteln BL die ergiebige Saline Schweizerhalle erschloss.

Und Eglisau spielte vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit eine Schlüsselrolle beim Salztransport. Von den Salzbergwerken in Bayern, im Tirol und Salzkammergut musste das «weisse Gold» mit Fuhrwerken mühselig bis an die Bodenseehäfen gekarrt werden. Mit Lastenseglern kam es dann nach Stein am Rhein und wurde dort auf Weidlinge umgeladen. Die Eglisauer Schiffleute waren meist verantwortlich für den «Kehr» vom Rheinfall bis Zurzach und Koblenz. Ein Teil des Salzes wurde in Eglisau umgeladen und ging auf Fuhrwerken Richtung Zürich und Innerschweiz, wo es unter anderem für die Konservierung des Hartkäses Sbrinz verwendet wurde.

Das Jubiläum der Strassenbrücke war der Anstoss zur letzten Sonderausstellung. Nun zeigt das Ortsmuseum in zwei Räumen alles rund ums Salz in Eglisau: den Transport zu Wasser und zu Lande, den Handel und den Verzehr. Zu der kleinen Sammlung an Salzobjekten, die das OME schon besitzt, gesellen sich aktuelle Bilder, Texte und einige audiovisuelle Zückerchen. 

Und das Salz in der Suppe? Die Menschen an der Salzstrasse! Ein Besuch der Ausstellung bringt Sie auf Augenhöhe mit armen Schiffleuten, muskulösen Laufenknechten, einem Salzhändler, der den Staat Zürich das Fürchten lehrte, und mit der guten «Frau Schneider» aus Eglisau, die das letzte und spitzeste Wort haben soll.  

Oder wie Karel Čapek sagte: «Humor ist das Salz der Erde, und wer gut durchgesalzen ist, bleibt lange frisch». 

Die Ausstellung ist jeweils offen von 14:30 bis 17:00 Uhr an folgenden Sonntagen:
– 18. April
– 2. Mai
– 6. Juni
– 4. Juli
– 1. August
– 5. September
– 3. Oktober
– 7. November
– 5. Dezember

Wenn es die Corona-Lage erlaubt, findet im Juni eine (nachgeholte) Eröffnungsveranstaltung statt.

Für die Ausstellung gilt unser Corona-Konzept.

Information zur Ortsmuseumskommission im Mitteilungsblatt

In der Museumskommission kommt es auf einigen Positionen zu einem Wechsel. Jürg Girsberger – Präsident und prägende Figur des Ortsmuseums – tritt nach 26 Jahren aus der Kommission zurück, ebenso Maurice Schneider und Marc Imfeld. Als Ersatz hat der Gemeinderat Thomas Stamm (Präsident), Alfred Meister (Vizepräsident) und Walter Hangartner (Aktuar) gewählt. Ruedi Landolt (Kassier) und Thomi Heller (Beisitzer) behalten ihre Funktionen in der Museumskommission. Walter Meier ist weiterhin der Ortschronist von Eglisau.

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