Wettbewerb für eine Skulptur auf dem Chileplatz

Ein Wettbewerb sucht nach einem denk-würdigen Objekt für den Chileplatz. Lesen Sie hier die Spezifikationen und Details zur Ausschreibung.

Direkt vor der Kirche: Der Chileplatz

Die Salzstrasse am Hochrhein

Das Landstädtchen Eglisau war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Umschlagplatz für das Salz, das aus Bayern und Österreich eingeführt wurde. Eglisauer Schiffleute übernahmen die Fracht am Fuss des Rheinfalls und führten sie mit ihren Weidlingen flussabwärts. Ein Teil wurde im Salzhaus eingelagert und später mit Fuhrwerken Richtung Zürich und bis in die Innerschweiz transportiert. Beträchtliche Mengen gingen weiter zur Messe in Zurzach und über Koblenz die Aare hoch bis ins Bernbiet.

Eglisau liegt im Zentrum dieser «Wasserstrasse mit Salzgeschmack».

Das hiesige Salzhaus (im Bild rechts) wurde im Zuge der Rheinstauung abgebrochen. Der Salzhausplatz, heute Treffpunkt, Festwiese und Entspannungsort, ruht teilweise auf seinen Fundamenten.

Ein Wettbewerb für ein Objekt als Blickfang

Um an die bedeutende Salzgeschichte Eglisaus zu erinnern und die Bedeutung dieses Rohstoffs für die Ernährung aufzuzeigen, schreiben die Gemeinde und ihre Museumskommission einen Wettbewerb aus für ein Objekt oder eine Skulptur auf dem Chileplatz. Der Gemeinderat hat die Finanzierung für die Realisierung des Objekts aus den Mitteln der Jubiläumsgabe der Zürcher Kantonalbank zugesichert.

Der Wettbewerb ist offen für alle, die sich berufen fühlen, ein Objekt zu entwerfen.

Die Einreichungen müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • Finanzieller Rahmen inklusive Realisierung: 20’000 Fr. (pauschal für Planung, Arbeit, Material, Rechteabgeltung)
  • Dauerhaftigkeit: Das Objekt muss während mindestens 25 Jahren witterungsresistent und unterhaltsarm bestehen können.
  • Materialisierung und Konstruktion müssen im Entwurf aufgeführt werden.
  • Thematische Einbindung: Der Entwurf soll aufzeigen, wie das Objekt den Salztransport und die Salzgeschichte Eglisaus aufgreift.

Spezifikationen des Perimeters und der Objektdimensionen werden gemeinsam mit den beteiligten Stellen in der Gemeinde und beim Kanton erarbeitet. Sie sind ein integraler Bestandteil des Wettbewerbs, der die Diskussion über das Salz als wesentlichen Aspekt der Ortsgeschichte in die Öffentlichkeit tragen soll und am Schluss mit einem Objekt auf dem Chileplatz auch dafür sorgt, dass sie andauert.

Entwürfe können elektronisch an die Mailadresse info@weierbachhus.ch (Anhänge: pdf und/oder jpg) oder an die Postadresse

Ortsmuseum Eglisau
«Wettbewerb»
Weierbachstrasse 6
8193 Eglisau

eingesandt werden. Bitte Termine beachten. Die Eingaben werden von einer ehrenamtlichen fünfköpfigen Jury begutachtet. Der Jury gehören folgende Vertretungen an: Arbeitsgruppe «Sonderausstellung Salz in Eglisau», Kulturkommission, Museumskommission, Politische Gemeinde, Viva Eglisau/Galerie am Platz.

Das siegreiche Projekt wird unter Begleitung der Gemeinde Eglisau und der Ortsbildkommission realisiert (Bewilligungen, Rücksicht auf Nutzungen des Chileplatzes).

Die Urheberrechte am realisierten Objekt verbleiben beim Schöpfer/bei der Schöpferin, die Nutzungsrechte für 25 Jahre fallen an die Gemeinde Eglisau.

Termine

  • Eingabetermin für Entwürfe: 28. Februar 2021
  • Juryentscheid: bis Mitte März 2021
  • Realisierung bis Ende August 2021 (vorbehältlich behördlicher Bewilligungen)

Die Termine zum Entscheid der Jury und zur Realisierung hängen stark von der spezifischen Eingabe und ihren Anforderungen an den genauen Standort und den Platzbedarf ab. Je nach Komplexität der für die Umsetzung nötigen Bewilligungsverfahren wird die Realisierung mehr Zeit beanspruchen.

Update vom 15. Januar

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass statt dem Salzhausplatz der Kirchenplatz mit dem gesuchten denk-würdigen Objekt geschmückt werden darf. Auf dem Salzhausplatz finden zu viele Aktivitäten im Sommer statt und lassen dem Objekt nicht genug Raum. Auf dem Kirchenplatz bietet sich die Fläche der aufgehobenen Parkplätze direkt vor der Mauer am Rhein an.

Das trifft sich aus einer historischen Perspektive gut, weil damit quasi der Knotenpunkt der Salzwege getroffen wird. Das Salz passierte diese Stelle nämlich sowohl mit dem Schiff auf dem weiteren Weg den Rhein hinunter oder – frisch umgeladen – mit dem Fuhrwerk auf dem Weg Richtung Zürich. 

In den Spezifikationen ist der Salzhausplatz an allen Stellen durch den Kirchenplatz ersetzt worden. An den restlichen Vorgaben ändert sich damit nichts. 

Der Chileplatz aus Richtung Osten. Der Standort des Salz-Objektes wird in der Nähe der drei Bänke sein.
Chileplatz von der Hirschen-Terrasse aus.
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Sylvia Goeschke

Ich freue mich auf diese Eingabe…

Ein Plan des Salzhausplatzes wäre hilfreich.

Vielen Dank und freundliche Grüsse

Sylvia Goeschke