Sonderausstellung

Vom Salzweg zu den Eglisauer Hausgeschichten

Schon am 1. Mai hat das Ortsmuseum seine nächste Schau in den Räumen des ersten Obergeschosses im Weierbachhaus eröffnet. Unter dem Titel EGLISAUER HAUSgeSCHICHTEN verspricht die Arbeitsgruppe vertiefte Einblicke in Häuser, welche die Baugeschichte Eglisaus mit geprägt haben. Es sollen verschiedene Schichten vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart aufgeblättert werden. Dargestellt werden typische und spezielle Bauten, vom Altstadthaus über eine bestens erhaltene Bauernstube und einen traditionellen Gasthof bis zu Zeitzeugen aus den 1920er und 1930er Jahren und einem Mehrfamilienhaus aus unserem Jahrhundert.

«Wenn man Häuser sprechen lassen könnte, hätten sie viel zu erzählen.» Um das Motto der Ausstellung noch stärker zur Geltung zu bringen, wird die Gelegenheit bestehen, im Verlauf des Jahres jedes der 13 Häuser an einem «Nachmittag der offenen Tür» zu besichtigen – vor Ort, mit dem Einverständnis der Besitzerinnen und Mieter. Während das Ortmuseum am ersten Sonntagnachmittag jeden Monats geöffnet ist, sind die Besuchstage jeweils auf den dritten Samstag gelegt. Ein genauer Plan wird im nächsten Mitteilungsblatt publiziert.

Im Vivi Café wird zudem eine Infosäule stehen mit genaueren Angaben und einem «Versuecherli» für das jeweils nächste Open House. Somit geht das Ortsmuseum aus sich heraus und verstärkt seine Präsenz in Eglisau. Alle sind willkommen, sich unsere Hausgeschichten zu Gemüte zu führen!

Grüne Oase im Mettlenquartier
Wann ist ein Haus eine Villa? Neulich wunderte sich eine Besucherin in der
Sonderausstellung EGLISAUER HAUSgeSCHICHTEN darüber, dass das Wohnhaus an der
Mettlenstrasse 12 als Landvilla bezeichnet wird.
Es sitzt hoch über dem Südhang des
Rheinufers, genau in der Achse der Strassenbrücke, umgeben von einem grossen parkartigen
Garten. Der Bauherr, Heinrich Altorfer, war Weinhändler und Mitglied einer angesehenen
Eglisauer Familie. Er beauftragte für den repräsentativen Bau den gemäss
Denkmalpflegebericht «angesagten» Winterthurer Architekten Siegrist-Allweyer.
Im Kriegsjahr 1914 fertiggestellt, grenzt sich das Haus vom nachahmenden Baustil des
Historismus ab und gilt heute als einzigartiger Vertreter der «Reformbaukunst».
Die abwechslungsreiche Befensterung, die verschieden ausgeprägten Vorbauten wie
Standerker, Veranda und die Ecklisenen mit kapitellartigem Abschluss geben der Aussenhülle
den Charakter eines Landsitzes. Heute mag das Haus eher klein erscheinen für eine Villa,
aber um 1914 betrug die durchschnittliche Wohnfläche rund 15m2 pro Person, während es
heute gegen 50m2 sind.
Viele Details im Gebäudeinneren zeigen noch heute die «qualitätsvolle Architektur» auf, die
Denkmalpfleger:innen zum Schwärmen bringt und die heutigen Besitzer und Bewohnerinnen
immer wieder motiviert, der «Landvilla» Sorge zu tragen. Wer sich ein genaueres Bild vom
Inneren und von der Atmosphäre des ehrwürdigen Seglinger Juwels machen will, sei herzlich
eingeladen zum Ortstermin am Nachmittag der offenen Tür, am Samstag, 17. September.